Sihanoukville - Cambodia

“welcome to cambodia” schrien die kids, die noch bevor die reifen zum stillstand kamen schon auf unser taxi gesprungen waren. wir waren aber noch in thailand, in dem grenzdorf hat lek. am naechsten morgen ging es dann um 8 ueber die grenze nach ko kong und von dort aus mit dem riverboat uebers meer (20$) nach sihanoukville. wir haben stefan aus d kennengelernt und uns gemeinsam den ersten sonnenbrand auf dem deck geholt. nach dem ersten anchor/angkor (my country my beer) und nen kleinen fried noddles snack am strand sind wir dann in die monkey republic eingezogen. ein gemuetliches, englisches guesthouse nicht weit vom serendipity beach…

cambodia ist echt crazy…hier herrscht das chaos…

tuk tuk - verkehr - chaos
“tuk tuk” hoert man hier an jeder ecke… sagt man “no thanks” geht der tuk tuk fahrer (so aehnlich wie in bangkok) sein weiteres angebot durch… sie verkaufen wohl alles…
versteht man den verkehr in cambodia, versteht man wohl schon sehr viel vom land, allerdings ist unsere meist gefragte frage an uns selbst: “was geht hier eigentlich ab in cambodia?” wir haben uns zwar an den verkehr gewoehnnt, verstehen tun wir ihn und das land aber ueberhaupt nicht.

die verkehrsregeln sind aber sehr einfach:

  1. der staerkere oder schnellere hat vorfahrt
  2. immer den kuerzesten weg nehmen (so werden tankstellen an einer strassenkreuzung immer zur abbiegerspur)
  3. eine strasse hat immer soviel spuren wie motos, tuk tuks und autos im moment nebeneinander passen
  4. man faehrt meist rechts. diese regel steht als letztes, da sie wohl die unwichtigste ist. wenn man gereade auf der falschen seite steht faehrt man links neben dem normalen verkehr in die gegenrichtung, bis sich halt die gelegenheit zum spurwechsel ergibt…

diese regeln moegen teilweise ueberzogen klingen, sie werden aber tatsaechlich zu 100% so umgesetzt. ein deutschen verkehrspolizist wuerde hier wahrscheinlich innerhalb kuerzester zeit vor schock zusammenbrechen…

das es sonst auch nur selten regeln und gesetze gibt, zeigt folgende geschichte. jemand baut in sihanoukville einen neuen markt direkt neben den alten. er steht allerdings leer, da die staende auf dem neuen viel teuerer sind als auf dem alten. was passier ein paar tage oder wochen spaeter? der alte wird einfach abgefackelt…

kids - prostitution - armut - bildung - infrastruktur
komische ueberschrifft, allerdings sind diese themen hier wohl nicht wirklich getrennt voneinander zu betrachten…
(nach 4 wochen cambodia sind die aussagen im folgenden text natuerlich nicht unbedingt die absolute wahrheit, es ist halt mein subjektives gefuehl bisher…)

40% der einwohner kambotschas sind unter 15 jahren. die meisten kids hier verkaufen irgendwelche sachen (fruechte, ketten, chips) am strand. andere sammeln dosen ein - noch bevor du sie leergetrunken hast. ein junge wollte uns nen armbaendchen verkaufen und als wir zu dritt ”no thanks” anworteten fragte er uns “a girl for you three?” er war vielleicht 8….
Die zukunft des landes haengt an diesen kids, leider gehen viele nicht zur schule, sondern arbeiten oder verkaufen zeugs an touris. diese kinder sind fuer kambotschas verhaeltnisse nicht wirklich arm. viele eltern arbeiten gar nicht da die kids ja die dollars nach hause bringen. vor ”moto” werkstaetten sieht man auch des oeffteren wie die kids die moppeds reparieren und die vaeter daneben sitzen und zuschaun… das ist natuerlich nicht ueberall so und viele muetter verkaufen ihre sachen selbst am strand oder auf dem markt. durch die einmann/oneDollar touri abzock jobs fehlt es aber an gut ausgebildeten kraeften, die das land dringend zum aufbau einer vernuenftigen infrastruktur brauchte.

<<dehalb sollte man bevor man sein geld zu voellig ueberzogenen preisen am strand liegen laesst, lieber ein paar dollars an eine organisation geben die das geld an familien gibt, derren kinder zur schule (statt betteln) gehen. besonders nachts sollte man nichts von kindern kaufen, da sie sonst nur am strand bleiben, und es nicht allzu sicher dort nachts fuer sie ist…>>

manchmal ist es schon schwierig hart zu bleiben und nichts zu geben/kaufen. aber meistens wuerde man es dem falschen geben. allerdings muss man aufpassen, es gibt natuerlich sehr viele sehr sehr arme menschen hier. es ist zumindest am anfang sehr schwer zu erkennen, wer wirklich arm ist. ich wuerde aber behaupten das man gut faehrt, wenn man immer nur denen was gibt/abkauft, die einen nicht von sich aus umrennen. das gegenteil haben wir erstmals nach ca. 2 wochen erlebt. eine frau stand nachts vor unserer lieblingsbar am strand und sie stand dort einfach nur rum. nach einem laecheln ohne zaehne war uns dann auch klar das sie es noetig haette, aber aus gewohnheit haben wir nichts gegeben. es waer wohl die erste gewesen, die wir in cambodia gesehen haben, die sich auch ueber 100 riel (2 cent) gefreut haette, im gegensatz zu den kids die ihre ketten fuer 2$ los werden… es ist jetzt noch ein beschissenes gefuehl -> hinter nem halben dutzend leerer bierkruegen zu sitzen und vor einem steht diese frau… und man merkt langsam, dass die situation ploetzlich eine andere ist. anders als wenn kinder oder bettler dich am strand nerven. anders als wenn tuk tuk fahrer ”hello my friend” rufend, mit erhobener hand auf dich zu rennen.
ploetzlich ueberkommt einem ein ganz ekliges gefuehl…
ein ekliges gefuehl ueberkommt einem auch wenn 4 europaeisch aussehende schraenke nachts an einer bar mit 3 kleinen khmer maedchen aufstehen und zusammen weglaufen…

so schoen auch die sonnenseite cambodias sein mag:

  • weisse traumstraende, tuerkieses warmes meer
  • sonnenuntergaenge hinter palmen
  • super nette einwohner, mit denen es sich echt lohnt zu sprehen
  • lustige und froehliche kids

so haesslich kann auch die andere seite sein:

  • sehr arme menschen die nichts haben und in baracken wohnen
  • weierhin werden die meisten mienen durch zivilisten “entschaerft”
  • ueberall muell. asiaten haben wohl ueberhaupt kein gefuhl fuer die umwelt…
  • teilwiese ueble infrastruktur: schlechte strassen, stromausfaelle, wasserknappheit und misserable internetverbindungen
  • ueberall stressige tuk tuk fahrer, seller und bettler

trotz allem war die zeit in cambodia echt schoen und wir sind schon etwas traurig morgen das land zu verlassen. dafuer freuen wir uns umso mehr auf den strand in vietnam…

3 Responses to “Sihanoukville - Cambodia”

  1. Melle aus Onderhausa Says:

    Hee ihr zwei FlipFlop Träger..
    beim betrachten eurer Bilder überkommt mich doch schon ein “wenig” Neid..IHR SCHWEINE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ;)
    Auch wenn’s schmerzt,hätte ich aber gerne noch ein paar Bilder mehr,die Strand und Palmen zeigen..aber die kommen ja sicher noch,hihi..!
    Wie dem auch sei..die Melle aus Onderhausa wünscht euch weiterhin ne guuute Reise,tolle Efahrungen und selbstverständlich PARDEEE ohne Ende!
    Ganz viele Grüße und Umarmungen an dich,Dömsche..und ein paar auch an dich,Keks.. :) (So,jetzt sind eure peinlichen Spitznamen auch mal veröffentlicht,hehe..)

    Lasst’s krachen,
    stay fresh,
    bis bald,
    die Melle :)

  2. marc - no have in sihanouk ville Says:

    “ploetzlich ueberkommt einem ein ganz ekliges gefuehl…
    ein ekliges gefuehl ueberkommt einem auch wenn 4 europaeisch aussehende schraenke nachts an einer bar mit 3 kleinen khmer maedchen aufstehen und zusammen weglaufen”

    Das hört sich ja nicht gut an. Obschon ich mir ziemlich sicher bin, daß diese “kleinen Khmermädchen” volljährige Prostituierte waren. An Bars sitzen nur Prostituierte, “normale” Frauen wird man da nur sehr selten treffen (von Touristinnen mal abgesehen).
    Und auch wenn die Mädels teilweise aussehen wie 15 oder 16 (nach europäischen Maßstäben), sind sie doch mit ziemlicher Sicherheit volljährig.
    Wer hier so durch die Bars streift, wird zig Frauen sehen, die teilweise schon auf die 30 zugehen, in Deutschland aber wohl in keine Discothek ohne Ausweiskontrolle hereingelassen würden, eben weil sie so jung aussehen.

    Nun ja, und ich behaupte mal, daß ein nicht geringer Teil der Prostituierten (wenn nicht gar die Mehrheit hier) keine Khmermädchen sind, sondern aus Vietnam stammen. Also “Vietnam-Mädchen” ;)

    Die zahnlose Frau vom Strand ist wohl immer noch da, ist meist Nachts an der Dolphinbar, bzw. an den Bars daneben. Meist gebe ich ihr ein oder zwei Dollars. Eben weil sie nicht aufdringlich bettelt. Aufdringliches Betteln kann ich nicht ausstehen. Wenn jemand an meinen Klamotten zupft um mich zum Geldgeben zu überreden, blocke ich ab. Dann gibt es nichts.

  3. Sihanoukville und Angkor Wat Bilder - gefunden bei Carsty.de - no have in Sihanoukville Cambodia Says:

    […] Carsty unter anderem über seine Reisen und postet jede Menge Urlaubsbilder aus Sihanoukville (blogeintrag hier), Angkor Wat/Siem Reap (hier geht es zum blogeintrag dazu) oder auch Phnom Penh (entsprechender […]

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