Ha Noi
Sunday, March 16th, 2008wie sagts aeffle zum pferdle:
-kennscht du die hauptstadt von vietnam?
-ha noi!
Schon die Fahrt von Da Nang nach Ha Noi war ein Highlight! Wir hatten gelesen, dass der schoenste Streckenabschnitt zum Zugfahren in Vietnam zwischen Da Nang und Hue liegen soll. Nicht nur deshalb haben wir diesmal auf das zu unrecht “sleeping bus” genannte Verkehrsmittel verzichtet und haben uns fuer nur etwas mehr Geld (ne schlappe halbe Mille) die erste Klasse (soft sleeper) des langsamsten Zug der Welt fuer den 14 h Trip geleistet. Dies wuerde ich auch jedem ans Herz legen. Die ersten Stunden ab Da Nang faehrt man direkt an der Kueste entlang und hat einen wundervollen Blick auf unberuehrte Buchten! Ausserdem kann man tatsaechlich schlafen und kommt dann relativ erhohlt um 4 Uhr nachts in Ha Noi an…
Leider mussten wir schon zu dieser fruehen Stunde erfahren, dass die Orientierung in Ha Noi nicht allzu leicht ist. Und so starteten wir unseren ersten Irrlauf viel zu weit in die falsche Richtung bis wir dann schliesslich ein Taxi in die Altstadt nahmen. Schon am 2. Tag mussten wir nachts den 2. Irrlauf in Kauf nehmen. Obwohl der Jazz Club nur ca. 3 min von unserem Hotel weg war, haben wir ueber eine Stunde fuer den Heimweg gebraucht. Die Altstadt von Ha Noi kann man sich folgedermassen vorstellen: Lauter schmale Haeuser, mit keinen Laeden im Erdgeschoss, welche an kleinen total chaotisch angeordneten Gassen liegen. Nachdem dann um 12 Uhr nachts alle Gehsteige hochgeklappt sind und vor jedem Laden der gleiche Rollo runtergefahrn ist, wird es mit der Orientierung nicht leichter… Der Jazz Club ist allerdings sehr zu emfehlen! Gute Lifemusik, die man mit dem viel zu teuren Bier bezahlt. Dort kostet ein Bier 40.000 Dong, auf der Strasse zwischen 2.500 und 5.000 Dong. (25.000 Dong = 1 Euro). Ja, du hast richtig gerechnet! Wenn man am guenstigsten “Bia-Hoi-” (Bier vom Fass) “Plastik-Hocker-Strassen-Stand” trinkt bekommt man 10 Bier fuer einen Euro!!
Das Beste in Ha Noi ist wohl das Wiener Schnitzel im Goethe Institut. 2 zarte Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat (ohne Mayo) fuer 3 Euro. Aber auch die vielen Doener Staende sind nicht zu verachten. Einige sind sogar vom Goetheinstitut, aber der guenstigste (13.000 Dong) war (wie der Name schon sagt) der “Berlin Doener Kebap”.
Kulturell schaut man sich in Ha Noi den ganzen Ho Chi Minh Kram an. Es gibt dort das Ho Chi Minh Mausoleum , die Gebaeude in denen er gewohnt und gearbeitet hat, sowie ein grosses Museum. Wenn man sich an die lange Schlange vormittags anstellt, all sein Hab und Gut abgibt, sich gerade in 2er Reihen hinstellt, die Haende aus den Taschen nimmt, jegliche Kopfbedeckung abnimmt, weder redet noch lacht und niemals stehen bleibt, kann man sich im Mausoleum den (jedes Jahr neu nach russischem Geheimrezept) praeparierten Koerper vom Ho Chi anschaun. Einige sagen auch es waere nur eine Wachsfigur… Im superdesignten Museum sowie um seine einfachen Haeuser mit Garten lohnt sich ein Guide.
Sehr gut fanden wir auch das Museum of Ethnology. Hier erfaehrt man Einiges ueber die Vergangenheit der vielen verschiedenen ethnischen Gruppen Vietnams und ganz Sued-Ost-Asiens. Viele Gebrauchsgegenstaende sind sehr interessant und erst nach der Lektuere des Beschreibungsschlides nachzuvollziehen.
